Das Ei des Kolumbus – Was hat das mit Deinem Wunschgewicht zu tun?

Das Ei des Kolumbus – Was hat das mit Deinem Wunschgewicht zu tun?

GABI GROSMANN

Expertin für Leicht Sein

Das “Ei des Kololumbus” und was das mit Übergewicht zu tun hat.

„Das Ei des Kolumbus“ ist eine Redensart und wir beschreiben hiermit eine verblüffend einfache Lösung für ein scheinbar unlösbares Problem. Dazu ist folgende Geschichte überliefert: Zu Ehren von Christoph Kolumbus wurde in seiner Heimat Spanien nach der Rückkehr seiner Entdeckungsreise ein großes Fest gefeiert. Wie das immer so ist, gab es nicht nur Menschen, die sich mit ihm und für ihn freuten sondern auch viele Neider. Diese Neider meinten, dass es ja gar nicht so schwer gewesen sei Amerika zu entdecken. Schließlich seien die Meere offen und jeder von ihnen hätte es genauso leicht entdecken können. Christoph Kolumbus war tief in seiner Seefahrerehre gekränkt und wollte das nicht so einfach stehen lassen. Er nahm ein gekochtes Ei und forderte die Anwesenden auf dieses Ei auf die Spitze zu stellen, so dass es nicht umfallen könne.

Mit großem Eifer machten sich die Männer daran und probierten es aus. Keiner brachte es fertig das Ei auf die Spitze zu stellen und man sah ratlose Gesichter. Alle waren sich einig, das war eine unlösbare Aufgabe und sie forderten nun Christoph Kolumbus auf es selbst zu versuchen. Kolumbus lächelte, nahm das Ei und setzte es mit einem leichten Schlag auf den Tisch, sodass es auf der eingedrückten Spitze stehenblieb. Die Anwesenden waren empört und protestierten, dass sie das ebenfalls gekonnt hätten! Worauf Kolumbus antwortete: »Meine Herren, wenn man weiß, wie es geht, ist alles ganz einfach. Der Unterschied ist, dass Sie es hätten tun können, ich hingegen habe es getan!«

Was hat nun diese Geschichte mit Dir und Deiner Herausforderung „Wunschgewicht“ zu tun? Du weißt ganz genau, wie es geht, davon bin ich überzeugt. Du ernährst Dich genau nach Deinem Konzept, hältst Dich streng daran und versuchst so wenig wie möglich vom Konzept abzuweichen. Ich möchte Dir ein paar Fragen stellen, die Du Dir selbst beantworten kannst.


„Alles ist schwierig, bevor es leicht wird.“

(Sadi, persischer Dichter und Mystiker)


  • Stehst Du voll und ganz hinter Deinem Abnehmkonzept und bist Du zufrieden mit dem Ergebnis?

  • Wie oft hast Du schon versucht mit diesem oder anderen Konzepten abzunehmen?

  • Wie oft willst Du es noch versuchen und immer und immer wieder neu beginnen?

  • Wie stehst Du zu Dir und Deinem Körper?

  • Hast Du das Gefühl, dass Du Dich abquälst mit Deinem Konzept und nichts passiert?

  • Bist Du nahe daran aufzugeben und alles so zu lassen wie es ist?

  • Hast Du ein schlechtes Gewissen, wenn Du Dich nicht an Dein Konzept hältst?

Machen Dich diese Fragen nachdenklich? Könnte es sein, dass Du noch nicht „Das Ei des Kolumbus“ gefunden hast?

Die Ernährung ist das eine. Ernährung ist wichtig und spielt es eine große Rolle, was Du isst und wie viel Du isst, gerade wenn Du abnehmen möchtest. Was bei den ganzen Ernährungskonzepten viel zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass Ernährung und das Erreichen des Wunschgewichts individuell ist.

„Bei mir funktioniert das nicht“: Standardisierte Ernährungsempfehlungen führen bei vielen Menschen einfach nicht zum gewünschten Erfolg. Woran das wohl liegt, dokumentiert nun eine Studie … mehr dazu erfährst Du hier:

https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/gesunde-ernaehrung-ist-individuell/

Es gibt jedoch noch viele weitere Faktoren, die Dich dabei unterstützen wirklich erfolgreich und nachhaltig abzunehmen.

Da ist einmal Dein Unterbewusstsein. Das Unterbewusstsein hat seine eigenen „Regeln“ und es steuert mehr, als uns lieb ist. In Deinem Unterbewusstsein ist alles abgespeichert, was Du in der Vergangenheit über Essen gelernt hast. Wenn Du nun eine Diät machst, dann versteht Dein Unterbewusstsein überhaupt nicht , was hier vor sich geht und es will Dich immer wieder in die alte Schiene bringen. Du kämpfst also immer gegen Dich selbst. Ein weiterer Punkt ist Deine Einstellung zu Dir selbst und zu Deinem Körper. Welche Einstellung hast Du zu Deinem Körper? Menschen mit schlechtem Körpergefühl stehen ihrem Körper extrem kritisch gegenüber und akzeptieren ihn kaum. Die positive, liebevolle Beziehung zum eigenen Körper wird in der frühen Kindheit aufgebaut und ist unabhängig von Faktoren wie Schönheit, Fitness, Gesundheit und Alter. Das Körpergefühl entwickelt sich in der Kindheit, aus erschreckenden und enttäuschenden Erfahrungen. Irgendwann einmal beginnt das Kind, sich mit anderen zu vergleichen. Erhielt es überwiegend positive Rückmeldungen, kann es sich größtenteils wertschätzen, ist das nicht so, dann ist das Selbstbild negativ.Ich hatte jahrelang ein ganz schlechtes Körpergefühl, weil ich als Kind immer als steif und ungelenk bezeichnet wurde. Seit ich Yin Yoga für mich entdeckt habe und gelernt habe meinen Körper zu spüren und anzunehmen, liebe ich meinen Körper bin im Dialog mit ihm. Meine eigene Erfahrung und mein persönlicher Erfolg haben mich gelehrt, dass „Das Ei des Kolumbus“ im Bezug auf das Erreichen des Wunschgewichts die richtige, individuelle Mischung aus Ernährung, Arbeit mit dem Unterbewusstsein und dem Wiederfinden des Körpergefühls besteht.


Ich bin sehr enttäuscht von mir

Ich bin sehr enttäuscht von mir

Letztens habe ich diesen Satz in einer Abnehmgruppe gelesen:„ Ich hatte heute Abend nach fast zwei Wochen meinen ersten Rückfall und habe ein paar Nudeln gegessen. Ich bin sehr enttäuscht von mir!“ Wenn ich das lese, bekomme ich Gänsehaut und in mir steigt ein Gefühl von Ohnmacht und Traurigkeit hoch. Ich weiß, wie sich diese Frau fühlt!  ich weiß, wie schlecht ich mich gefühlt, wenn ich zu viel oder gegessen habe, was nicht zur Diät passte.

Frau verzweifelt

Ich bin sehr enttäuscht von mir!


Ich weiß, wie es ist, wenn man sich an ein Konzept klammert, das überhaupt nicht zur eigenen Lebensweise passt. Und wie große die Hoffnung ist, das es hilft schlank zu werden. In speziellen Fall ging es um ein Low Carb Konzept. Ich bin nicht gegen Low Carb oder gegen andere Konzepte. Es gibt viele Vorteile. Bei Low Carb hat man nicht nur ein Kaloriendefizit sondern es bilden sich zusätzlich Ketone, die die Fettverbrennung anregen. Die Ernährung ist proteinreich und sättigt schnell. Vermeintlich „ungesunde“ Lebensmittel fallen weg. Sandwichs, Pommes, Schokolade, Chips, Alkohol und gezuckerte Getränke sind verboten! Es gibt viele Studien, dass mit Low Carb ein schnelles Abnehmen möglich ist. Low Carb hilft auch das gefährliche hartnäckige Bauchfett loszuwerden. Wer den Konsum an Kohlenhydraten senkt, senkt den Blutdruck und das Risiko an Diabetes zu erkranken.Es gibt auch viele Kritikpunkte in Bezug auf Low Carb. Mehr Infos erhaltet ihr hier:

https://www.spektrum.de/news/das-sagt-die-wissenschaft-zur-low-carbdiaet/1438814

https://www.thelancet.com/journals/lanpub/article/PIIS2468-2667(18)30135-X/fulltext

Der Knackpunkt für mich ist, dass Low Carb Diät zwar hilft schnell abzunehmen. Sobald man sich „normal“ ernährt, also Kohlenhydrate isst, geht der Zeiger der Waage schnell nach oben. Durch den Mangel an Kohlenhydraten lernt der Körper ohne sie auszukommen und ist total irritiert, wenn er wieder mehr Kohlenhydrate bekommt und speichert sie. Der große Abnehmerfolg bei Low Carb geht vermutlich auf ausgeschiedenes Wasser zurück. Ab dem 6. Monat nehmen viele Teilnehmer zu, weil sich alte Gewohnheiten einschleichen.

Warum? Weil es für uns schwer ist auf Kohlenhydrate zu verzichten. Sie sind ein großer Teil unserer anerzogenen Ernährung (viele „Snacks“ bestehen aus Kohlehydraten). Gewichtsprobleme kommen daher, dass viel mehr Kohlehydrate als die angeratenen 50-60% gegessen werden. Wichtig ist es mir auch auf den psychischen Druck einzugehen, der durch die Verbote entsteht. In dem Satz: „Ich bin enttäuscht von mir“ wird das sehr deutlich. Solche Aussagen sind kein Einzelfall, ich lese sie ganz oft in Abnehmgruppen. Wie soll man bei so viel D ruck leicht werden? Ohne Ernährungsumstellung und –anpassung geht es nicht. Das heißt auch auf liebgewordene Gewohnheiten zu verzichten. Mensch sein bedeutet jedoch auch mal „zu sündigen“ oder über die Stränge zu schlagen“ und sich nicht fertigzumachen. Übernimm die Verantwortung für Dich und für Deine Ernährung und für Deine „Sünden“. Sei Dir bewusst darüber und mach mit Deiner Ernährungsumstellung weiter.

Erst wer Verantwortung für sich selbst übernimmt, macht sich auf den Weg zur persönlichen Freiheit.  Konrad Lorenz

Langfristiges Abnehmen funktioniert nur mit einer dauerhaften Ernährungsumstellung, die man gerne und ohne Probleme in den eigenen Alltag integrieren kann. Eine Diät ist immer kurzfristig angelegt und endet irgendwann. In unserem Unterbewusstsein ist gespeichert, dass danach alles wieder normal weiterläuft und die alten Essgewohnheiten kehren zurück. Wenn Du abnehmen möchtest, dann schau Dir Deine jetzige Ernährung an, Ein Tagebuch über die Ernährung und Deine Gewohnheiten kann Dir helfen. Du siehst, wo Du leicht erste Veränderungen vornehmen kannst. Du stellst fest, wo sich Gewohnheiten eingeschlichen haben, die einfach umzustellen sind. Es geht vor allen Dingen darum, die volle Verantwortung zu übernehmen für sich und den Körper zu übernehmen und nicht das Opfer irgendwelcher Umstände zu sein. Und es geht darum, die Verantwortung nicht an ein Konzept abzugeben. Das schenkt Leichtigkeit und Freiheit!

Ernährungsumstellung oder Diät – Was ist der Unterschied?

Ernährungsumstellung oder Diät – Was ist der Unterschied?

Hilfe, meine Diät versagt!

Diäten schaden Deinem Körper mehr, als sie helfen

Man kann die Uhr danach stellen. Kaum hat das Jahr begonnen,  findest Du in jeder Frauenzeitschrift die verschiedensten Diäten. In Facebook überschlagen sich die Angebote von sogenannten Ernährungsexperten und alle bieten das ultimative Konzept zum Abnehmen an. Schnell soll es gehen, einfach soll es sein und natürlich nimmt man ohne Probleme viele Kilo ab. Es werden immer wieder neue Namen für Diäten entwickelt, Was heute in ist, ist morgen schon wieder out.

Diäten, Diäten, Diäten

In meiner Teenagerzeit, in den 70ern, war die Atkins-Diät, bei der man so viel wie möglich fett essen sollte, sehr modern. In den 80er Jahren wurde Fett als massiv gesundheitsschädigend verteufelt. Heute folgen Menschen der ketogenen Ernährung, die beispielsweise empfiehlt, den Kaffee mit Butter statt Milch zu trinken, und möglichst alle Kohlenhydrate zu vermeiden.

Dann gibt es noch sogenannte Pseudo-Diäten, die uns mehr Flexibilität versprechen, wie beispielsweise das Zählen von Punkten, Makronährstoffen oder Kalorien. Langfristig gesehen sind diese Konzepte genauso erfolglos, wie jede andere ordinäre Diät.

Manche geben dem Kind einen anderen Namen und machen ein „ Lifestyle-Diät“ oder ein Wellness-Programm aus ihrem Angebot. Jedoch ändert auch das nichts daran, dass der Erfolg oft ausbleibt.

Gabi Grosmann

Expertin für Leicht Sein


“(Pseudo)-Diäten” machen dick.

Es ist Zeit, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen. Der gefürchtete JoJo-Effekt ist die Folge von Diäten. Eine Diät ist nie langfristig angelegt, sondern wird immer nur kurzfristig gesehen (man will ja auch mal wieder normal essen). So ist es vorprogrammiert, dass man immer wieder ab-und zunimmt. Hinzu kommt noch, dass das ständige Ab- und Zunehmen krank macht. Herzinfarkt, Schlaganfall, Entzündungen, hohen Blutdruck und Insulinresistenz werden begünstigt. Eine Diätbedeutet für uns eine große Einschränkung. Wir essen anders als „normal“. Das Konzept schreibt uns vor, was, wann und wie viel wir essen sollen. Unsere individuellen und körpereigenen Bedürfnisse werden dabei nicht beachtet. Wir haben ständig das Gefühl zu versagen, weil es uns so schwer fällt, die Vorgaben des Konzeptes einzuhalten. Es motiviert uns nicht, sondern zieht uns nur noch weiter runter. Wir sind von Selbstliebe weit entfernt und manche Frauen fangen an ihren Körper zu hassen. Eine Diät, wie auch immer sie heißt, kann mehr kaputt machen, als helfen.

Abnehmen heißt nicht im Mangel leben sondern sich so ernähren, dass der Körper gesund und energiegeladen bleibt. Und wenn dann nicht die innere Einstellung stimmt, dann ist der Erfolg vorprogrammiert.